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TV Touring zu Gast im Hammelburger Wasserhaus PDF Drucken E-Mail

Zogen nicht nur das Interesse der Musikliebhaber auf sich - Mustache Madness. Photo: Spotshot Photographix

Der “Indie-Clash” am vergangenen Samstag sorgte nicht nur bei Musikfreunden für großes Interesse

 

Pulsierende Bässe und schneidende Gitarren“, so knapp und doch so vielsagend wurde das jüngste Konzert der Musikinitiative Hammelburg e.V. angekündigt. Vier Bands hatten sich vorgenommen unter dem Oberbegriff “Indie” für facettenreiche Klangwände zu sorgen. Eine der Formationen rief, dank ihres Sieges bei der kürzlich über die Bühne gegangenen “First Act Night” im Schweinfurter Stattbahnhof, den regionalen Sender TV Touring auf den Plan.

Neben den Hammelburgern “Godzilla was a friend of mine“, “We fade to grey” aus München/Mühldorf und “The Audience” aus Hersbruck, gesellten sich nämlich auch “Mustache Madness” in die fröhliche Vierer-Runde. Doch so unbeschwert wie ihre Musikerkollegen konnten sie ihren Auftritt sicher nicht angehen. Denn schon bevor es auf die Bühne ging, sorgte das Fernsehteam des Schweinfurter Senders TV Touring für Aufregung unter den Akteuren. Waren sie doch gekommen, um eines der jüngsten Quintette aus dem Schoße der Musikinitiative eingehend zu beleuchten. Dank ihres durchschlagenden Erfolges im vergangenen März, hatten diese das mediale Interesse geweckt. Und so bevölkerte bereits ab 16.00 Uhr ein Kamerateam das kleine Wasserhaus, um zu ebener Erde, aber auch tief in den Kellern nachzuhaken, was es mit ihnen eigentlich auf sich hat.

 

Im Interview mit Sänger Philipp Heilos, Schlagzeuger Sebastian Mützel, Gitarrist Gregory Fructuoso Nunes, zweiter Gitarrist Maximilian Fuß sowie Bassist Mario Grosch ging es deshalb zuallererst einmal um grundsätzliche Dinge, deren Klärung für so manche Überraschung sorgte. Auf die Frage etwa, was “Indie” in ihren Augen eigentlich sei, bekam das TV-Team doch glatt folgende Aussage entgegen geschmettert: “Der Begriff ist eigentlich nicht wirklich zu definieren.” Jeder interpretiere diesen anders. Sie selbst würden ihren Musikstil allerdings durchaus als “Indie” bezeichnen. Der Terminus sei weit gefasst und biete ihnen - trotz ihrer elektronischen Elemente - eben auch Platz in dieser Sparte. Dass man in diesem Genre wider Erwarten auch mit deutschen Texten punkten kann, beweisen die Newcomer nahezu seit ihrer ersten Stunde. Zwar hätten sie mit englischen Zeilen begonnen, doch durch Frontmann Philipp sei der Wechsel hin zur Muttersprache ziemlich schnell vollzogen worden. So handle ihr neuesten Werk von einem großen Medium mit vier Buchstaben, in dem sie Kritik an der dort üblichen Darstellung von Nachrichten üben. Und das fühle sich für ihn auf Deutsch nun mal viel besser als in einer anderen Sprache an.

 

Präzise und detailreich arrangierte Songs

Neben intensiven Gesprächen gab es an diesem Tag jedoch noch mehr für das Fernsehteam zu sehen. Schließlich war das eigentliche Ereignis ein gemeinsames Konzert mit drei weiteren Bands, die sich ebenso wie “Mustache Madness” der “Indie”-Sparte zugehörig fühlten. Schnell schwenkte der Fokus also Richtung Bühne und folgte nun ihrem facettenreichen Treiben, das sie, gemeinsam mit den anderen 13 Musikern, dem gut gefüllten Wasserhaus zu bieten hatten. Höhepunkt des Abends waren so, neben den ins mediale Blickfeld geratenen Hammelburgern, sicherlich auch “The Audicence” aus Hersbruck. Nicht zum ersten Mal waren sie am vergangenen Wochenende in fränkischen Gefilden unterwegs. Somit dürften sie einem breiten Publikum bereits durch ihren Auftritt auf dem Umsonst und Draußen 2008 in Würzburg bekannt gewesen sein. Bernd, Michael, Sebastian, Johannes und Florian, die Musik nicht nur als ein Hobby, sondern fast schon als Teil ihres Berufslebens ansehen, überzeugten auch im Wasserhaus durch “präzise und detailreich arrangierte Songs aus dem Britpop-Postrock- und New-Wave-Spektrum”, die sie in jüngster Vergangenheit sogar bei einem Kulturprojekt im Offenbacher “Waggon” zum Besten gaben.

 

Am Ende stand fest: Nicht nur für alle Anwesenden, sondern auch für den Verantwortlichen Christoph Dennstädt, Gitarrist der Gruppe “Godzilla was a friend of mine” war es ein wunderschöner Abend. “Denk’ es war ‘ne super Sache”, ließ er alle Helfer kurz nach der Veranstaltung wissen. “Danke an alle!”, strahlte er in die Runde, die sich nun erst einmal auf ruhigere Stunden freuen kann. Bereits am kommenden Freitag ab 20.00 Uhr steht die neueste Veranstaltungsreihe im Biergarten des Wasserhauses in den Startlöchern. Marc Rothemunds “Sophie Scholl – die letzten Tage” aus dem Jahr 2005 bildet dann den Auftakt zu einer insgesamt dreiteiligen Fahrradkino-Serie, die jeden anradelnden Gast mit einem kostenlosen “Begrüßungsradler” empfangen wird.

 

Text: Nicole Oppelt/Sandra Schmelz

 
 

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