Während sich im fernen Österreich schon jetzt nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten in der Kurstadt erkundigt wird und so manches Bandmitglied seine Badehose einpackt, wird es für das Team des Vereins zur Förderung von Jugendveranstaltungen e.V. nun wirklich ernst. In nicht einmal mehr zwei Wochen beginnt das 14. Umsonst und Draußen und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Anspruch aller Beteiligten ist enorm: Mit noch mehr Qualität als bisher wollen die Verantwortlichen in diesem Jahr die 10.000er-Besuchermarke knacken. Mit Bands wie „My New Zoo“, „The Intersphere“ oder den legendären „Schröders“ sollen Jung und Alt gemeinsam eine friedliche Party feiern.
Zwei Tage, drei Bühnen, 35 regionale und überregionale Größen der Musikszene: so lautet die beeindruckende Quintessenz der einjährigen Vorbereitungsphase seit dem 13. U&D, die die Vorsitzenden Ralf Stierstorfer und Tobias Schneider gemeinsam mit ihrem neu zusammengefundenen Team auf die Beine gestellt haben. Denn: Nach dem Festival ist schließlich vor dem Festival. Seit etwa zwei Wochen heißt es nun jedoch: „Auf in die heiße Phase“. Rund 20 engagierte Helfer sind derzeit mit dem „Festival-Feinschliff“ beschäftigt. Das LineUp, das sich aus mehr als 800 Bewerbungen ergeben hat, steht, die Musiker sind bereit und so manch Neuerung, die sich der U&D-Stab hat einfallen lassen, nimmt konkrete Züge an.
„Bis jetzt ist alles sehr reibungslos verlaufen“, ist Stierstorfer sichtlich zufrieden mit dem bisherigen Zusammenspiel und den gewissenhaften Vorbereitungen. „Doch das 'Materialjonglieren' steht noch aus.“ Spontaneität und Improvisationstalent sei dann gefragt, um für die erwarteten Gäste, aber auch die anwesenden Künstler alles zur vollsten Zufriedenheit zu organisieren. Circa 100 Ehrenamtliche würden hierzu auf dem ehemaligen US-Kasernengelände bereitstehen, um allen ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren.
Viel Spaß, aber auch harte Arbeit
Die Zeit, die die Vorsitzenden und ihre Mannschaft bis dato investiert hätten, sei noch gar nicht abzuschätzen, gibt er weiterhin zu verstehen. Dass diese jedoch, neben viel harter Arbeit, durchaus mit Amüsement gefüllt sein kann, ist nicht nur aus den Reihen der Vorsitzenden, sondern auch aus dem Büro der Bandbetreuung zu erfahren. „Mittlerweile sind sogar schon Besucheranfragen aus dem fernen Österreich eingegangen“, verrät Tobias Schneider und Dani Strassner, zuständig für die Künstler, fügt schmunzelnd hinzu: „Zwischen den fast 1000 Emails, die ich mittlerweile bearbeitet habe, findet sich auch folgende Anekdote: Eine Pferdeköpfe tragende Truppe aus Nürnberg packt bereits ihre Badehosen ein, um bei uns das hoffentlich schöne Wetter auch abseits ihres Auftritts zu genießen.“
Neben solchen ungewohnten und doch herzerfrischenden Einblicken, gibt es für das Publikum allerdings noch einige andere Neuerungen im Umfeld des diesjährigen Umsonst und Draußens. Erstmals in der Geschichte des Vereins, der dieser Tage sein zehnjähriges Bestehen feiern kann, ist heuer das hiesige Jack-Steinberger-Gymnasium in die Veranstaltung eingebunden. Dort wird mit dem Vize-Weltmeister im Poetry Slam, Sebastian23, bereits am 23. Juni in einem Wettbewerb sein würdiger Nachfolger gesucht, der am 26. Juni gemeinsam mit ihm im Rahmen eines Poetry Slams auf der D-Bühne stehen wird. Gefunden wurde dagegen schon der Sieger des Würzburger Emergenza-Semifinales. Die Band „UnterTagen“ aus Mespelbrunn konnte diesen für sich entscheiden und wird sich – dank dieser ebenfalls neuen Kooperation – am 27. Juni auf der D-Bühne präsentieren können. Auch die Zusammenarbeit mit der Musikinitiative Hammelburg e.V. findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Diese wird ihren Verein mit einem Informationsstand auf dem Festivalgelände des Umsonst und Draußens vorstellen und Einblicke in die Tätigkeit ihrer Vereinsmitglieder und Helfer geben. Doch auch auf musikalischer Seite gibt es von der Musikini, die sich die Pflege und Förderung der Rockmusik insbesondere im Bereich der Jugendkulturarbeit zum Vereinszweck gemacht hat, etwas zu sehen. Drei ihrer Bands, „Taschenrocker“, „Black Petty“ und „Mustache Madness“, werden sich an diesem Wochenende auf den Bühnen des U&D präsentieren.
Von großen Festivalbühnen direkt nach Bad Kissingen
„Von Rock bis Hip Hop ist in diesem Jahr alles vertreten, was das Herz unserer stetig wachsenden Anhängerschaft begehrt“, freut sich das Team schon jetzt auf die musikalische Vielfalt, die sie in wenigen Tagen bieten kann. Diese sei qualitativ noch einmal gesteigert und um hochkarätige Acts aus überregionalen Gefilden ergänzt worden. Mit dabei sind zum Beispiel „The Intersphere“ - vormals bekannt als die „hesslers“ - aus Mannheim. Die Teilnehmer des PopCamps – Meisterkurs für Populäre Musik des Jahrgangs 2008 sind mittlerweile auf stetem Erfolgskurs Richtung Profiliga. So haben sie in jüngster Vergangenheit nicht nur ein Album mit den bekannten Produzenten Fabio Trentini aufgenommen, sondern erst am vorletzten Wochenende die Zuschauer bei Rock im Park und Rock am Ring begeistern können. Große Bühnen, das kennen auch Luis und Laserpower, die Mitglieder des Bandpools der Popakademie Mannheim sind am kommenden Wochenende auf dem Southside Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck zu Gast. Die ehemaligen Supporter von Deichkind oder auch Turbostaat wollen die kleine unterfränkische Kurstadt mit ihrer wilden Mischung aus Rock und Hip Hop für sich gewinnen. „Wir sind lauter als der Rest der Republik“, warnen sie schon jetzt vor. „My New Zoo“, die ebenfalls das Spitzenförderprojekt des Deutschen Musikrates genossen haben, stehen ihnen jedoch in nichts nach. Die vier Herren mit den Pferdeköpfen haben in den letzten Jahren weit über die Bühnen Süddeutschlands hinaus Trophäen gesammelt und vor wenigen Wochen schließlich die „FritzNacht der Talente“ im Berliner Admiralspalast gewonnen. Als weiterer Höhepunkt des diesjährigen Umsonst und Draußens präsentieren sich am Freitagabend „The Rising Rocket“ – ehemals „Pocket Rocket“. Unter den sechs letzten Bands der „Coke Soundwave Tour“ angekommen wird ihnen in diesem Sommer die besondere Ehre zu Teil, neben Bands wie „Franz Ferdinand“ oder auch „The Offspring“, auf dem Hurricane-Festival in Scheeßel und dem Highfield-Festival in Hohenfelden zu rocken.