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Gung Fu ist zurück: Am 1. August stürmen sie erneut die Bühne. Photo: red Am 1. August lädt die Musikinitiative Hammelburg e.V. zur ultimativen Kolpingheim-Abschiedsparty
Der Lärm der Abrissbagger hängt den Musikfreunden in der Umgebung bislang noch nicht in den Ohren. Wohl aber die Klänge aus längst vergangenen Tagen. Nicht mehr lange, dann ist die Ära “Kolpingheim”, das ehemalige Domizil der Musikini, endgültig vorbei. Das alte Gemäuer wird dem Erdboden gleichgemacht. Die unzähligen Konzerte und Partys, die Jung und Alt in die schmale Gasse vor der Stadtpfarrkirche gezogen haben, leben jedoch in der Erinnerung weiter. Aufgefrischt werden kann diese noch einmal am 1. August. Denn als Abschiedsgruß werden sowohl alte als auch neue Musikini-Bands für ihr treues Publikum aufspielen.
“Das wird ein Ereignis, von dem die Leute noch lange sprechen werden”, ist sich die Vorstandschaft der Musikini sicher. Schließlich wurden nicht nur aktuelle Bands aus den hauseigenen Probenräumen zum Kult-Event geladen, sondern auch Formationen, mit denen wohl keiner mehr gerechnet hätte. “Das ist eine absolut einmalige und exklusive Angelegenheit”, betonen sie nachhaltig. Teils nach Jahren würden die Musiker an diesem Abend wieder auf einer Bühne stehen und Hits aus einer fast schon anderen Zeit spielen. Aber wie heißt es doch so schön: Das Beste kommt immer zum Schluss. Wieder zusammengefunden haben sich: Gung Fu, Orange Pekoe und The Diapers, die damit sicherlich die Herzen ihrer Fans auf ein Neues höher schlagen lassen. “Ich freue mich, unsere alten Fans wiederzusehen”
Manch Trennung liegt noch gar nicht solange zurück. Erst Ende letzten Jahres haben sich Sandra, Hannes, Kilian, Burkhard und Anita dazu entschieden, künftig unterschiedliche Wege zu gehen. Nach acht gemeinsamen Jahren, zahlreichen Preisen wie zum Beispiel den Mainpop Junior Award, einer stetig wachsenden Fangemeinde, unter anderem durch den Support von Silbermond, und Songs wie “In my head”, die durch Mark und Bein gehen, sagten Gung Fu auf Wiedersehen. Die Lücke, die das Quintett hinterlässt, ist für viele wohl nie wieder zu füllen, zählten sie doch zu den erfolgreichsten Gewächsen, die die Musikini je hervorgebracht hat. “Ich freue mich, unsere alten Fans, aber vor allem auch die anderen Bandmitglieder einmal wiederzusehen und eine gemeinsame Show zu spielen”, sagt Burkhard Fenn, der sich hier stellvertretend für den Rest seiner alten Truppe zu Wort meldet. Er gesteht, schon jetzt – knapp ein dreiviertel Jahr nach dem Ende – drastische Entzugserscheinungen zu verspüren und dem Treffen der “alten Hasen” richtiggehend entgegen zu fiebern. Ähnlich dürften auch Orange Pekoe empfinden. Das Quartett rund um Sänger André Szag ist in der Weinstadt ebenfalls noch ein Begriff. Verzauberten die “Alternative-Poets” doch lange Zeit mit „der Härte von Stone Temple Pilots, der Melancholie von Jeff Buckley und der Emotion von Coldplay und Radiohead”. Begriffe wie Neo-Grunge oder Britpop interessierten sie während ihres Schaffens jedoch nicht. Zeitlos wollten sie sein. Und dass dies äußerst gut ankam, bewiesen die routinierten Musiker schon ziemlich früh etwa mit dem Titel “Beste Band der Region” beim Mainpop- Newcomer-Festival. Eine ganze Weile war es ruhig um sie, nun sind Radek, Andreas, Joachim und André zurück und entführen erneut in eine andere Welt – und die ist orange. Tina Schäfer, Radomir Wrobel, Sascha Turtschany, Joachim Dittmann und Alex Bock führt es am ersten August ebenfalls in die “alte Heimat” Kolpingheim zurück. Unter dem Bandnamen The Diapers gelang es der Fünferformation schon Mitte der Neunziger auch weit außerhalb von Unterfranken für musikalisches Aufsehen zu sorgen. So konnten sie 1997 die Platzierung ihrer Demo MC “The Diapers” in den Top 50 Tape-Charts in Hamburg verzeichnen, als auch im Jahre 1998 bis ins Bundesfinale des deutschen Rockpreises vorrücken. Vielleicht hatten sie ihren weitreichenden Erfolg ja ihrer Bandphilosophie zu verdanken, denn die Hammelburger Musiker “malen Bilder – Bilder, die im Moment leben…. Das akustische Synonym zu Polaroids” – und diese lügen nie. Dreimal Nostalgie trifft fünfmal Gegenwart
Mustache Madness - die nächste Generation ist auf Erfolgskurs. Photo: Spotshot Photographix Von “zurückkommen” kann bei den weiteren Akteuren dieser Veranstaltung keine Rede sein. Sie sind im direkten Vergleich gesehen geradezu “brandneu”. Doch die meisten von ihnen haben schon erste Spuren in der hiesigen Musiklandschaft hinterlassen können. Mustache Madness, Black Petty, Other Generation’s Anthem, Inwastement und letztlich Europanic geben sich abwechselnd mit den ehemaligen “Lokalmatadoren” das Mikro in die Hand. Frei nach dem Motto: “Dreimal Nostalgie trifft fünfmal Gegenwart” bilden sie den historischen Kontrapunkt zu den musikalischen Urgesteinen. Für Aufsehen haben in jüngster Zeit Philipp Heilos, Sebastian Mützel, Gregory Fructuoso Nunes, Maximilian Fuß sowie Mario Grosch gesorgt. Ein Team von TV Touring besuchte die Formation anlässlich des Indie Clash Ende Mai, um sich näher mit den diesjährigen Gewinnern der Schweinfurter “First Act Night” auseinanderzusetzen. Erst seit Januar 2008 sind sie mit ihrer Mischung, die von elektronischer Musik über Rock bis Jazz reicht, unterwegs. Gemeinsam treten sie seit ihrem Wasserhaus-Debüt im vergangenen November gegen den “musikalischen Einheitsbrei” an. Und das mit zunehmendem Erfolg. Schon etwas länger “im Geschäft” sind Black Petty, die seit Anfang 2005 das Wasserhaus mit ihrer etwas härteren “Gangart” zum Leben erwecken. Madlen Wittmann, Sandra Schmelz, Sebastian Kehl und Jonathan Keller, der jüngste und zugleich neueste im Bunde, stehen in diesen Tagen jedoch vor einem wahrhaften Neubeginn. “Nach unserem Auftritt auf dem diesjährigen Umsonst und Draußen in Bad Kissingen, ist der Gig im Kolpingheim für uns fast wie ein zweites Debüt”, sagt Madlen, Frontfrau der Band. Mit neuem Programm und noch vielen weiteren Ideen im Gepäck wollen sie ihren Traum nun weiter verfolgen. Diesem sind auch Other Generation’s Anthem schon ein Stück nähergekommen. Die Erstplatzierten des “Battle of Bands 2008″ punkten mit nachdenklich stimmenden Texten und sorgen auch während der Abschiedsparty sicherlich für den ein oder anderen ruhigeren Moment. “Kleinstadtpoesie mit Großstadtambitionen”, das ist ihr Credo, welches die Fünf seit März 2008 antreibt. Zwei Newcomer-Bands stellen ihr Können unter Beweis
Inwastement und Europanic – sie bilden die neuesten Ergänzungen im geschichtsträchtigen Reigen. Erstere haben erst im Februar ihre Einstand gegeben, um zwischen den vielen “Rock Idols” des Musikini-Faschings ihr Können unter Beweis zu stellen. Melvin, Marcel und Sebastian von Europanic können wohl wirklich als die Newcomer schlechthin bezeichnet werden. Zwar durfte Melvin schon Erfahrung an der Front von Other Generation’s Anthem sammeln, dennoch trifft auf dieses jüngste “Erzeugnis” aus dem Hause der Musikini wohl das Prädikat “unbeschriebenes Blatt” am allerbesten zu. “Drink my water and I will kill you”, so der Schlachtruf, den sich diese Herren auf die aus “different bands” gewebten Fahnen geschrieben haben. Und das lässt doch wirklich weit blicken… Nach derart generationenübergreifenden Eindrücken heißt es dann endgültig: Ciao Kolpingheim. Harte und auch mal etwas weichere Sounds werden nach diesem Fest wirklich vom Dröhnen der Maschinen abgelöst. Für die Organisatoren steht jedoch schon jetzt fest: “Für uns wird diese Zeit niemals in Vergessenheit geraten.” Am 1. August um 20.00 Uhr öffnen sich also letztmals die Pforten. “Wir freuen uns, Euch alle wiederzusehen.”
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