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Photo: Kniffler's Mum, Spotshot Photographix
Die zweite Ausgabe des „Hip Hop Jams“ der Musikinitiative Hammelburg e.V. im Rahmen des Kneipen- und Kellerfestivals war ein voller Erfolg.
“Hammelburg moves riss alle mit“, lautete das einstimmige Urteil am Ende eines Abends, der gleich in sechs verschiedene Locations und damit zu sechs verschiedenen Konzerten einlud. Trotz der kühlen Witterung Ende März kam Bewegung in die kleine Weinstadt. Ganz besonders jedoch in den Bocksbeutelkeller, der mit verschiedenen Spielarten des Hip Hops einen Kontrapunkt im eher gediegenen Programm zwischen Rock, Blues und Chansons setzen konnte. Verantwortlich hierfür zeichneten sich drei Formationen, die dem überwiegend jungen Publikum keine Unbekannten mehr waren. „Unterfranken Untergrund Records“, die schon einmal das Wasserhaus beehrten, sowie „Sage & Perplex“ und „Kniffler’s Mum“, letztere bereits durch das U&D Bad Kissingen 2009 ein Begriff, waren angetreten, um sich mit gelungener und zuweilen überraschender Wortakrobatik zu empfehlen. Geglückt ist ihnen das auf Anhieb.

Schriftliche Hinweise sorgten für viel Amüsement. Photo: Spotshot Photographix
“Yo, yo wir fetzen alles weg!”, lautete die „Kampfansage“ am vorletzten Samstag. Und in der Tat erschallte hier ein Tour-Motto, wie es besser nicht hätte getroffen werden können. Sechs verschiedene Menschen - sechs verschiedene Charaktäre: Das verrückteste Team seit den Bremer Stadtmusikanten war mit musikalischer Unterstützung der besonderen Art in Frankens Provinz „eingefallen“, um eine „Halli Galli Drecksau Party“, frei nach ihrem soeben erschienenen Song, zu feiern. „Kniffler’s Mum“ aus Ludwigsburg, seit Mitte 2008 in Sachen experimentellem Hip Hop unterwegs, hatte mit dem Duo „Sage & Perplex“ aus Backnang an ihrer Seite nur eine Mission: gute Live-Musik, noch bessere Live-Unterhaltung und eine einmalige Show. Die Konsequenz: Ein schmaler Grat zwischen Entertainment und Musik. Ganz zur Freude der Hammelburger Zuschauer, die sich im Verlauf des Abends nicht nur einmal vor lachen auf die Schenkel klopfen konnten.
“Wir sind am Ende, aber wir machen weiter”
Mit ihrem extrovertierten Wesen, frechen Texten und viel Lob, gerade für die Damenwelt zu ihren Füßen, hatten es die Headliner des Jams geschafft, sogar den ersten Vorstand der Musikinitiative völlig aus der Fassung zu bringen. “Die sollen jetzt ja nicht von der Bühne gehen!”, rief der nämlich am Ende der Darbietung unterstützt von lautstarken Zugaberufen in den Raum. Eine Aufforderung, die die Künstler auf der Bühne zwar ehrte, aber auch für die ein oder andere Verlegenheit sorgte. Das Repertoire schien aufgebraucht, keine Songs mehr im Gepäck. Material aus dem Probenraum musste her, um die “Alarmstufe Rot” doch noch erhobenen Hauptes zu überstehen. Mit “Blinder Passagier” und weiteren improvisierten Einlagen boten die beiden Rapper Razcal & Frontal gemeinsam mit ihrer Band einen überzeugenden Abschluss. Völlig entkräftet lieferten sie den einschlägigen Beweis, dass sie auch spontan in der Lage sind, “einen Proberaumsong live-tauglich zu machen” und ihr “Publikum mit Potential” zu vorgerrückter Stunde mitzureißen wie zu früher Abendstunde. “Wir sind am Ende, aber wir machen weiter”, ließen sie dieses denn auch wissen, um mit professionellen Freestyle-Einlagen endgültig Leb wohl zu sagen.

Überraschten mit einem völlig neuen Bühnenkonzept: “Unterfranken Untergrund Records”. Photo: Spotshot Photographix
Ähnlich dürfte sich zu diesem Zeitpunkt auch die Gästeschar gefühlt haben. Schon mit den Jungs von “Unterfranken Untergrund Records”, die “Hammelburg moves” stilecht und mit ausgefeilter Performance zu eröffnen vermochten, hatten sie ausgelassen gefeiert. “Wir sind heute Abend nich hier, um euch zu boxen und beuteln - nein, wir sind heute hier, um die Boxen zu beuteln. Mit dickem Beat, schlauen Texten und Bässen, die flashen”, hatte die Crew aus dem Bad Kissinger Umland gleich zu Beginn wissen lassen und diesen Anspruch sogleich mit Freibier und unterhaltenden Publikumsaktionen umgesetzt. “Sage & Perplex” konnten hier nahtlos anknüpfen. Sie amüsierten die Runde mit Trash Hip Hop vom feinsten, der die Akteure nicht nur zu sportlichen Einlagen auf der Bühne veranlasste, sondern auch für den ein oder anderen ungläubigen Blick sorgte.
Nun, einige Tage später, wirken die Bilder der Nacht noch immer in den Köpfen der Musikini nach. Mit einem guten Event hatten die Verantwortlichen gerechnet, eine rauschende Party haben sie bekommen. Durchwegs positiv fiel deshalb auch ihr Resümee des ersten “Hammelburg moves” aus. Wiederholung – absolut willkommen
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