IG Rock Szenetalk Drucken

argaiv1516

Photo: N. Oppelt

Am 31. Juli findet der zweite IG Rock Szenetalk in den Räumlichkeiten der Musikinitiative Hammelburg e.V. statt


Sie sind laut, kreativ und zuweilen überraschend professionell. Der musikalische Nachwuchs in Unterfranken präsentiert sich derzeit ausgesprochen vielschichtig und vor allem umtriebig. Die Fans vor den Bühnen begeistern die jungen Talente dabei im Sturm. Doch nicht immer bewegen sie sich sicher auf dem oft kniffligen Terrain zwischen Kunst, Wirtschaft und Juristerei. Im Sommer 2009 schuf die Premiere eines unterfrankenweiten Musikertreffs im Wasserhaus erfolgreich Abhilfe. Dank zahlreicher Workshops, einer so genannten „Open Stage“ und jeder Menge Gelegenheit zum Austausch mit den Dozenten konnten erste Grundlagen für professionelleres Auftreten geschaffen werden. Jetzt soll eine zweite Ausgabe an die erfolgreichen Stunden des letzten Jahres anknüpfen.



“Geht raus, spielt sooft ihr könnt und haltet Augen und Ohren offen!”, lautete der abschließende Tipp, den Peter Adler, erster Vorstand der Würzburger Rockgemeinschaft (WüRg) und zweiter Vorstand der IG-Rock Unterfranken e.V., den zahlreich erschienen Musikerinnen und Musikern Ende Juli letzten Jahres mit auf den Weg gegeben hatte. Angestoßen durch den unterfränkischen Dachverband der Musikinitiativen nutzten damals viele junge Künstler die Chance, um im Wasserhaus mit einschlägigen Experten an persönlichen Schwachstellen und Wissenslücken im vielfach erst kurzen Musikerdasein zu arbeiten. Rundum fit für die Bühne werden, so lautete das hochgesteckte Ziel an diesem überaus erfolgreichen Tag, Wiederholung nicht ausgeschlossen, so die optimistische Prognose für 2010.



Das „Versuchsprojekt“ IG Rock Szenetalk, das in Theorie und Praxis Möglichkeiten “auf Augenhöhe“ aufzeigen wollte, hat sich bewährt. Erneut öffnet das Wasserhaus für alle Interessierten – auch Nichtmusiker – die Pforten, um sich ab dem frühen Nachmittag kostenlos und vor allem rundum informieren zu können. „Wir werden drei parallele Workshops anbieten, an denen die Gäste während des gesamten Tages rotierend teilnehmen können“, erklärt Burkhard Fenn, erster Vorsitzender der Musikinitiative Hammelburg e.V., den Ablauf ab 14.45 Uhr. Dabei soll es, so Fenn weiter, in jeweils gut 60 Minuten um die Themenbereiche „Backline“, „Band-Präsentation“ sowie den wichtigen Aspekt „Studioarbeit“ gehen. „Innerhalb der Workshops werden zum einen wichtige Grundkenntnisse in Sachen ‚Live on Stage’ vermittelt“, erläutert der Schlagzeuger die Inhalte. „Wie sieht die Live-Technik aus? Was läuft beim Aufbau ab? Wie ist eine richtige Mikrofonierung gestaltet und was ist eigentlich eine Backline oder ein Techrider? Das sind hier ganz wesentliche Fragen, neben dem perfekten Bühnensound natürlich.“ Daneben gehe es aber auch um Anforderungen an die Bands, die über das Agieren auf einer Bühne hinaus gingen. Wie sieht etwa die richtige Präsentation gegenüber einem regionalen Veranstalter aus? Wie sind Bandinfos, Bewerbungsschreiben, Homepage und natürlich auch Verträge optimal gestaltet? Der dritte Workshop wendet sich schließlich an all jene, die sich für Studio-Arbeit interessieren. Welche Technik hier zur Verfügung steht wird dann ebenso erklärt wie die bestmögliche Vorbereitung auf Aufnahmen, die durchaus mal im Proberaum stattfinden können. „Dazwischen gibt es natürlich immer wieder die Gelegenheit bei einem kleinen Imbiss oder einem kühlen Getränk Gedanken und Ideen auszutauschen“, freut sich der Musiker schon jetzt über viele interessante Gespräche.



Die regionale Musiklandschaft ist alles andere als trist



Am Abend darf dann gezeigt werden, was wirklich in Unterfranken steckt. Bis zu zehn Formationen bekommen innerhalb eines so genannten „Band-Battle“ die Möglichkeit, sich dem Hammelburger Publikum mit jeweils zwei Songs zu präsentieren. „Über Wohl und Wehe beziehungsweise die Platzierungen eins, zwei und drei entscheiden am Ende die Gäste“, erklärt Fenn, bei dem sich noch bis zum 9. Juli beworben werden kann, weiter, „und zu gewinnen gibt es diesmal einiges.“ So geht es während des Abends nicht nur um einen Tag in einem professionellen Tonstudio, sondern auch um ein Fotoshooting mit einer Hammelburger Fotografin und zu guter Letzt um einen Thomann-Gutschein im Wert von satten 100 Euro.


Doch ganz gleich, welche positiven Überraschungen sich im Laufe des Tages zeigen werden. Für Fenn und seine durchwegs ehrenamtliche Mannschaft steht schon jetzt fest:  Die regionale Musiklandschaft ist alles andere als trist. Rund um Hammelburg gibt es zahlreiche Institutionen, die sich dem kreativen Tatendrang aufstrebender Musiker annehmen. Bereits seit 1986 ist die Musikinitiative Hammelburg e.V. aktiv. “Die Pflege und Förderung der Rockmusik insbesondere im Bereich der Jugendkulturarbeit”, hat sich der heute mehr als 300 Mitglieder starke Verein ganz groß auf seine Fahnen geschrieben. Seit dem Frühjahr 2004 betreibt die zu den größten Musikinitiativen Bayerns gehörende Gemeinschaft ihr Vereinsheim “Wasserhaus” vor den Toren der Weinstadt. Die Schaffung von Auftrittsmöglichkeiten für Nachwuchsmusiker, die derzeit in Zusammenarbeit mit mehr als 30 Musikinitiativen aus ganz Bayern angeboten werden können, steht seit den Anfangstagen ebenso auf der Agenda wie die Möglichkeit günstige Probenräume für Mitgliederbands zur Verfügung zu stellen. Außerdem können sowohl Ton- und Lichtanlagen für Auftritte als auch ein Harddisc-Aufnahmegerät der IG Rock für erste Demoproduktionen angemietet werden. Als Mitglied des Dachverbands der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Musikinitiativen (ABMI) e.V. ist das Angebot damit jedoch noch lange nicht abgedeckt. Denn die IG Rock hat noch mehr zu bieten als ein simples Aufnahmegerät. “Wir fördern Nachwuchsmusiker, Musikgruppen und Initiativen im Bereich Pop- und Rockmusik bei Produktion, Präsentation und fachlicher Qualifikation. Wir schaffen Auftrittsmöglichkeiten, veranstalten Konzerte, organisieren Bandaustauschprogramme, arrangieren Workshops, vermitteln Adressen, beteiligen uns an Bandwettbewerben und führen Musiker und Musikinteressierte zusammen”, so die breite Palette ihrer Aktivitäten. Dazu gehört unter anderem auch das Bandfestival “RockCheck“, das Jahr für Jahr in einer anderen, der vier zugehörigen Initiativen stattfindet. Ebenso beliebt ist auch das Bandaustauschprojekt “Bands-on-Tour“, das gerade ganz jungen Formationen hilft, Kontakte in der näheren Umgebung zu knüpfen. 60 Musikinitiativen aus dem gesamten bayerischen Raum kooperieren mittlerweile mit dem Dachverband.

Am 31. Juli wird nun alles dafür getan, um die unterfränkische Musikszene noch lebhafter und bunter zu gestalten. Auf ein Neues soll mehr Klarheit in den oft undurchsichtigen Musik-Dschungel gebracht werden. Auf das künftig die Saiten noch kraftvoller angeschlagen, das Schlagzeug noch virtuoser gespielt und die Gesänge noch klarer von der Bühne tönen.

Bewerbungen für den „Band-Battle“ bis zum 9. Juli an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Text: Nicole Oppelt