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Foto: Philip Bölter (Pressematerial)
In der Vorweihnachtszeit werden im Wasserhaus die Verstärker außen vor gelassen.
Das war knapp: Kurz vor dem ersten Advent drehte die Musikini mit „A Shot at metal“ noch einmal richtig auf. Die dritte Ausgabe des Formats, die mit Metal aus dem hohen Norden überzeugte, bildete den Schlusspunkt der Herbstsaison 2011. Denn ab sofort wird es heimelig. Die kommenden drei Freitagabende stehen wieder ganz im Zeichen der Besinnung und Einkehr. Jahr für Jahr bittet das Wasserhaus Jung und Alt zum gemütlichen Beisammensein. Bei Kerzenschein, leckerem Weihnachtsgebäck und einem dampfenden Tee oder Kaffee lässt sich's gut an. Im Jubiläumsjahr der Musikini haben sich die Verantwortlichen nicht nur beim sommerlichen Open Air auf der Bühne am Fuß des Schloss Saaleck ordentlich ins Zeug gelegt. Zu Weihnachten geht es mit den „Geschenken“ an das Publikum weiter. Die insgesamt sechs Acts, die nun das Wasserhaus in weihnachtliches Rauschen versetzen werden, können sich nämlich ebenfalls sehen, aber vor allem hören lassen. Weihnachtlicher Auftakt mit Philip Bölter und „Dumb“ Eingeläutet werden die gemütlichen Stunden unter Freunden am 2. Dezember mit Philip Bölter und der Wasserhaus-Band „Dumb“. Erst am 7. Oktober hat Philip Bölter seine aktuelle EP „Bölter“ auf den Markt gebracht. Der sympathische Lockenkopf und seine Gitarre schaffen es dabei wie keine anderen eine Brücke zwischen den Urvätern des Folkrock, wie Neil Young oder Bob Dylan, und heutigen Künstlern der Indie-Folk Szene, wie Mumford & Sons oder Johnny Flynn zu schlagen. Gemeinsam mit seinem Publikum entflieht der einstige Support der Kultband „Nazareth“ der großstädtischen Hektik und kehrt mit ihnen zurück in seine Erinnerungen „an den Duft von frischem Heu und ländlicher Ruhe“. In die gleichen Kerbe schlägt auch das Duo „Dumb“. Dem Hammelburger Publikum bereits bestens vom diesjährigen „Castle Rock“ bekannt, tritt die jüngste Wasserhaus-Band nun erneut in Erscheinung. Die einstigen Brieffreunde aus der Grundschule kommen auch diesmal mit einer außergewöhnlichen Mixtur aus Schlagzeug und Gitarre,Vibraphon und Schifferklavier daher. Karo und Andreas brauchen keine Verstärkertürme Am 9. Dezember bitten dann keine Geringeren als Karo und Andreas Kümmert vor die Tore der Stadt. Die charmante Singer-Songwriterin Karoline Schaum gilt schon lange als „Lichtgestalt am Würzburger Singer-Songwriter-Firmament“. Die Trägerin des Preises für Junge Kultur Würzburg 2009 schafft es immer wieder nur mit ihrer Stimme und ihrer Gitarre ausgestattet eine Atmosphäre zu zaubern, „als würde man mit ihr im Wohnzimmer sitzen und bei einem Wein über das Leben plaudern“. In Hammelburg ist sie damit goldrichtig. Oder wie es „Zündfunk“ ausdrücken würde: „Da braucht man keine Verstärkertürme zum Anhören, da braucht man nur ein Herz.“ Ihr Kollege an diesem Abend, Andreas Kümmert, kann sich mit ähnlichen Attributen empfehlen. Der Gemündener ist nicht zum ersten Mal Gast der Musikini. Bereits seine vorangegangenen Auftritte waren geprägt von unzähligen geschlossenen Augenpaaren, entspannt zurück gelehnten Gästen, sanftem Kerzenschein und seinem Blues lastigen Repertoire, das sofort in die Körper der Zuhörer überspringt. Bob Dylan lässt grüßen! Humor trifft Rock, Blues, Funk und Soul Der krönende Abschluss der diesjährigen Unplugged-Reihe obliegen „Sumo und der Reverend“. Bereits vor zwei Jahren waren Sumo, alias “der Castle Rock-Moderator”, und sein Reverend, ebenfalls ein Urgestein der hiesigen Musikszene, freudig von der Musikini-Crew angekündigt worden. Krankheitsbedingt fiel der „Einstand“ der beiden jedoch ins Wasser. In diesem Jahr wagen sie einen erneuten Anlauf. Mit ihrer Mischung aus guten alten Hits des Rock, Blues, Funk und Soul, gewürzt mit einer Prise eigener Titel stürmen die Musiker, die eigentlich der Bad Kissinger Formation “ArtCrimes” angehören, kurz vor dem Heiligabend die Bühne. Und wer sie bereits live erleben durfte, der weiß schon jetzt: humoristische Einlagen sind nicht ausgeschlossen. Mit dabei an diesem Abend sind auch die fünf Kissinger von „Raw Idol“, die in diesem Jahr bereits die zweite Ausgabe des Rottershausener Festivals „... und ab geht die Lutzi“ eröffnen durften. Ihre eigene Ankündigung ein „farbenfrohes, definiertes Zusammenspiel aus Rhythmik und Harmonie, geballt zu einer puren Ladung an Energie des Rock und Alternative“ zu sein, haben sie schon im vergangenen Sommer eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Und so kann sich auch ihr „Weihnachtsgeschenk“ für die Hammelburger absolut hören lassen: „Lyrics, mal kritisch hinterfragend, mal direkt ins Gesicht“ Damit schließt sich der besinnliche Kreis für dieses Jahr. Doch bevor das Wasserhaus auf Heilig-DJ-Abend und die legendäre X-Mas-Party einstimmt, sei den Gästen noch eine kleine Weisheit mit auf den Weg gegeben: „Vergesst nicht, Kinder, dass es auch heute noch Menschen unter uns gibt, die ihre Weihnachtslieder selbst singen müssen“, hat ein schlauer, wenn auch unbekannter Zeitgenosse in einer Online-Zitatesammlung hinterlassen. Von „müssen“ kann im Wasserhaus gar nicht die Rede sein. Erlaubt ist, was gefällt: Mitsingen, aber definitiv! Info: Nach den Darbietungen der Künstler gibt es traditionell Gelegenheit, selbst die Bühne zu entern. Die Musikini bittet zur „Open-Stage!.
Text: Nicole Oppelt
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