„Halloween“ in Metal-Manier Drucken
Am 2. November steigt im Wasserhaus die zweite Auflage von „Metalloween“


Foto: Trinity Site (Pressematerial)

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Es gibt Traditionen, die dürfen ruhig gebrochen werden. Obschon dieser Tage das schaurig-schöne Gruselfest „Halloween“ vor der Tür steht, sind im Domizil der Musikinitiative Hammelburg e.V. weder ein Meer von Kürbissen noch tonnenweise Süßigkeiten in Sicht. Ein verlockender Anziehungspunkt ist das Wasserhaus aber dennoch: Mit „Henfald“, „Trinity Site“, „Broken Circle“ und „Der Weg einer Freiheit“ wird auch 2013 der uralte Volksbrauch neu interpretiert.

 

„Kurzfristig eingeschoben“: Konnten Musikinteressierte im November 2012 auf der Musikini-Homepage lesen. Unverhofft wurde der Veranstaltungskalender des Vereins um einen Programmpunkt reicher. Eine als Open-Air-Veranstaltung geplante Halloween-Party fiel dem Wettergott zum Opfer und landete im Wasserhaus. Gott sei Dank! Denn das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Hammelburger Publikum kam in den Genuss eines geballten Festivalprogramms mit so ziemlich allem, was die Schubladen des Heavy Metals hergaben. In Scharen pilgerten die jungen Leute vor die Tore Hammelburgs. Grund genug für die Musikini, diese überraschende Erfolgsgeschichte 2013 erneut aufleben zu lassen. „Egal ob Melodic Death Metal oder atmosphärischer Black Metal – macht Euch auf etwas gefasst!“, heißt es hierzu aus den Reihen der ehrenamtlichen Organisatoren.

Debüts und „erfahrene Hasen“

Nur eine Woche nach einem internationalen Punkrock-Spektakel mit deutsch-russisch-englischen Anklängen, erobert nun also die „Metal-Fraktion“ die kleine Clubbühne. Mit dabei sind „Henfald“, die an diesem Abend Depressive Black Metal aus Hammelburg zum Besten geben möchten. Das Quintett aus der Heimatstadt gibt es bereits seit Februar 2012. Bisher scheinen sich die jungen Herren allerdings gewissenhaft im Probenraum verschanzt zu haben. Stolz verkünden sie nämlich auf ihrer Facebook-Seite: „Unser erstes Konzert geben wir am 02.11.2013 im Wasserhaus Hammelburg.“ Unterstützt wird die Truppe bei diesem wichtigen Ereignis gleich von drei weiteren Bands. Dazu gesellt sich nämlich die seit 2009 bestehende Formation „Trinity Site“ aus der Nähe von Würzburg. Und die warnen schon jetzt vor: Ihre Musik ist „herrlich melodisch und trotzdem nichts für Weicheier!“ Oder anders ausgedrückt: Ihre Konzerte gehen getrost als eine Art „aggressive Selbsttherapie“ durch. Überzeugt hat das übrigens bereits Szenegrößen wie Sepultura, Cripper oder Legion of the Damned mit denen sich das Gespann in der Vergangenheit die Bühnen teilte.

„Chaos, Verzweiflung und Heuchelei“

Ein „Begriff“ dürfte vielen der hiesigen Szenegängern auch der Name „Broken Circle“ sein. Die fünf Herrschaften aus dem nahen Bad Kissingen sind bereits seit 2003 musikalisch „am Start“. Ihre Themen können zu „Halloween“ nicht passender sein: „Chaos, Verzweiflung und Heuchelei, die einen Menschen und eine Gesellschaft von innen heraus zerfressen können“, das ist ihr inhaltliches Spektrum, das sie mit basslastigem Growling, verzerrten Screams und rauen melodischen Parts zu transportieren suchen. Komplettiert wird die Runde schließlich von „Der Weg einer Freiheit“ aus Würzburg. Auch dieses Black-Metal-Quartett ist seit 2009 „im Geschäft“. Bereits seit ihrem Debütalbum aus dem gleichen Jahr werden sie als eine der vielversprechendsten Nachwuchsbands des Genres gehandelt. Erst im April dieses Jahres überraschten die Musiker nun mit einer Nominierung für den bekannten Metal Hammer Award in der Kategorie “Up And Coming”. Immerhin: Mit Gigs auf dem Rockharz Open Air und dem Summer Breeze Open Air mischen die Unterfranken in einer Liga mit den ganz Großen mit.

„Bitte Süßes - sonst gibt's Saures!“, lautet der Halloween-Spruch schlechthin. In musikalischer Hinsicht wird sich diese Forderung definitiv erfüllen. Die Frage der Reihenfolge muss allerdings noch geklärt werden. Los geht’s ab 20.00 Uhr.