Lokalderby beim Heimspiel-Bandcontest Drucken

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Die Musiker müssen beim Heimspiel auch abseits ihres gewohnten Genres bestehen. (Foto: Musikini)

So ein Heimspiel ist doch immer wieder etwas besonderes. Wenn dann auch noch jede antretende Mannschaft einen vermeintlichen Heimvorteil für sich beanspruchen kann verspricht das ein Wettstreit der Superlative zu werden. So und nicht anders stehen die Zeichen für das Konzert an diesem Samstag im Wasserhaus. Fünf Bands, alles Zöglinge der Musikinitiative Hammelburg e.V., streiten beim Heimspiel Bandcontest um die Gunst von Jury und Publikum und um Preise im Wert von bis zu 250 Euro.

 

 

Seit Wochen verschanzen sich die Bands in den Proberäumen in den Kellergewölben des Wasserhauses und feilen an ihrem Set und an einer kleinen Aufgabe, die sie für das musikalische Derby gestellt bekommen haben. Nicht genug, dass sie sich im Wettstreit mit den anderen Bands beweisen müssen, die Vorstandschaft hat jeder Band auch noch einen speziellen Coversong auferlegt, den es der eigenen Stilrichtung anzupassen und in das eigene Set einzupassen gilt. Bereits im letzten Jahr durften sich Publikum und Jury über außergewöhnliche Songvarianten freuen. Auch in diesem Jahr haben es die Coverkonstellationen in sich.

 

Die Messlatte liegt hoch

Nach einer grandiosen und intensiven Interpretation von Lykke Lee's „I follow Rivers“ im letzten Jahr liegt die Messlatte für die Blackmetal-Veteranen von „Vehemenz“ dieses Mal besonders hoch. Ob die düsteren Gestalten an Thors Hammer lecken werden bleibt fraglich, doch nackte Haut und „destruktive Performance“ könnte man quasi zu den Markenzeichen des Sechsergespanns zählen.  Da ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Band sich an Miley Cyrus „Wreckingball“ wagen darf.

 

Doch auch den anderen Bands wird es nicht einfach gemacht. So dürfen „Henfald“, ihres Zeichens auch dem Blackmetal verschrieben, das innere Raubtier nach außen kehren und Katy Perrys „Roar“ neu vertonen. Die dritte Metalband des Abend, „Häxan“ wurde zu einer kleinen Zeitreise in die ausklingenden 60er Jahre mit „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater Revival verpflichtet und dürfen sich damit an einem echten Klassiker messen lassen.

 

Rap und „Radioactive“

Am Crossover der besonderen Art werden sich die Punks von „The Poor Devils“ versuchen. Frontmann Simon muss bei Macklemores „Can't Hold Us“ unter Beweis stellen, inwiefern er zum Rapper taugt. Unter Garantie werden sich auch die Elektrorocker von „Illustrators“ bei ihrem Cover von Imagine Dragons „Radioactive“ nicht Lumpen lassen und eine gewagte Neuinterpretation auf die Bühne bringen. Schließlich präsentierten sie bereits im Januar zusammen mit „Creamhilds Jazzpants“ und „Shit happens when you party naked“ ihr Talent und ihre Kreativität auf der Wasserhausbühne.

Wer am Ende des Abend zum Heimspielsieger und Lokalmatador gekürt wird, entscheidet unsere Expertenjury, bestehend aus Jürgen Daßing (Tonstudio Würzburg), Joachim Schulz (Tunefish Entertainment), Christian Stahl („... und ab geht die Lutzi“) sowie Peter Kaiser (2. Vorstand Musikini), zusammen mit dem Publikum, dass mit 40 Prozent ein nicht unwesentliches Stimmgewicht hat. So konnten die Gäste, die am Ende des Abends ihrem jeweiligem Lieblingsact ihre Stimme liehen, in den letzten Jahren schon mehrmals das Juryvoting umwerfen.

 

Die Gewinnerbands dürfen sich für einen von drei Preisen entscheiden. Zu gewinnen gibt es in diesem Jahr einen Auftritt beim „RockCheck“, dem Bandfestival der IG Rock Unterfranken, verbunden mit 250 Euro Festgage und zwei Gutscheine von Bizkuit Merchandise im Wert von 200 Euro bzw. 100 Euro.

Text: Florian Brell