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„Freshe Styles“ erobern Hammelburg PDF Drucken E-Mail

 

Jonas MC und seine Crew "Bambägga" überzeugten schon mehrfach in Bad Kissingen. Photo: N. Oppelt

Die Musikini startet am 4. April erstmals mit einem „Hip Hop Jam“ in den Frühling

 

Spiel, Spaß und Musik – so das Motto, das die Musikinitiative Hammelburg e.V. erst Mitte März hat aufleben lassen. Mit verschiedensten Facetten des Ska konnten sich die Musikliebhaber der Region an diesem Abend langsam für das aufwärmen, was am nächsten Samstag ganz sicher Programm sein wird. Denn nun ist es Zeit nicht nur das Tanzbein, sondern vor allem die Arme ganz weit in die Höhe zu schwingen. Mit den Bad Kissinger Lokalmatadoren „Kronoflash“, den Würzburgern „Mistaa & Quendolin Fender“ sowie den Bamberger Szene-Größen „Bambägga“ holen sich die Organisatoren erstmals „freshe Hip Hop Styles“ in die sonst so ruhige Weinstadt.

 

Fliegende Hände und wehende Shirts angespornt durch phantasievolle Wortgebilde samt schlagkräftiger Beats, das ist die Szenerie, die das Publikum in Anbetracht dieser drei ambitionierten Hip Hop-Crews, die allesamt ihr „Wasserhaus-Debüt“ geben, erwarten wird.

 

Den Auftakt dieser illustren Runde machen die fünf Herren von „Bambägga“ aus der fast gleichnamigen Weltkulturerbestadt am Ufer der Regnitz. Seit 2005 sind Jonas MC, François Blaiser, Cony, Peter Beats sowie DJ Mighty Mike gemeinsam am Start und haben sich seitdem nicht nur in die Herzen hiesiger Partygänger gespielt, sondern auch ins Vorprogramm der „Fantastischen Vier“. Mit ihrer selbsternannten Mischung aus „Partytracks und Kleinstadt-Blues“ ziehen sie durch die Lande, um dem lokalen Hip Hop eine feste Größe einzuräumen. Doch mit dem gängigen Klischee der „gestylten und obercoolen Hip-Hoper“ haben diese Akrobaten des deutschen Vokabulars, die sich gerne mal von „Fettes Brot“, „Blumentopf“ und „Die Beginner“ inspirieren lassen, so gar nichts gemein. Die Crew rund um Frontmann Jonas hat vielmehr den Anspruch ihren Gästen mit Tracks wie etwa „Nimm's leicht“ neben jeder Menge Spaß auch ein Stück weit „Gedankenstoff“ mit nach Hause zu geben. Und das trotz ihrer etwas ernüchternden Feststellung: „Unsere Groupies sind männlich und haben 2,0 Promille.“ Diesen hilft dann vielleicht auch das aktuelle Album der oberfränkischen Formation: Denn so heißt es bei ihnen „Zwieback – Doppelt gebacken klingt besser“.

 

Zwischen klassischem Rap und „absonderlichen Geschichten“

Was für die Bamberger Szene DJ Mighty Mike und Co. das ist für den unterfränkischen Raum ganz sicher Mistaa alias Dominik Straub. Von Berlin bis Schwerin ist der „Würzburger Kauz“ unterwegs, um gekonnt zwischen klassischem Rap, „absonderlichen Geschichten“ und Poesie hin und her zu springen und den Menschen vor der Bühne sein kleines Universum näher zu bringen. Angeblich in New York geboren – Disco war übrigens gerade tot und der Rap noch ganz klein – kehrte der „Mistaariöse“ Mitte der 80er nach Deutschland zurück. Der kleine Mistaa Audiodiacta entdeckte sodann den Rap, beendete die Schule und schlängelte sich so durchs Leben. Oder war es in Wahrheit vielleicht doch ganz anders? Unzählige Versionen kursieren im Netz. Doch die Wahrheit über ihn wird wohl nur derjenige erfahren, der ihn live erlebt und seiner so ganz eigenen Musik von „Schwaenen“ und ähnlich Skurrilem, beeinflusst durch Bier und Wodka, zu lauschen vermag. Mit im Gepäck hat er jedenfalls den nicht minder bekannten DJ Quendolin Fender. Der Mitbegründer des „BuntenUntergrunds“, der ersten Radioshow für Nachwuchskünstler in Würzburg, steht seinem „Mistaa“ in den unbekannten „Wasserhaus-Gefilden“ treu zur Seite. Und eines sei garantiert: Nach „innovativer und qualitativ hochwertiger Musik“ muss der seit 2006 in der Universitätsstadt lebende Exil-Oberbayer an diesem Abend nicht fahnden. Denn diese bringen er und sein Kumpan ganz einfach selbst mit.

 

Die Hymne zum Mitmachen - „Muggu Muggu“

Einen ganz wesentlichen Teil dazu beisteuern können sicherlich auch die Oerlenbacher Herrschaften von Kronoflash, die das diesjährige „Hip Hop Jam“-Debüt gebührend abschließen. Nicht erst seit ihrem grandiosen Auftritt im Bad Kissinger Jugend- und Kulturzentrum, den sie anlässlich der aktuellen U&D-Winterkonzertreihe im vergangenen November feiern konnten, sind Arne, Artur und Andreas ein fester Begriff und Garant für freche, lokalgefärbte Lyrics in der regionalen Hip Hop-Szene. Das Trio rund um „den Röder“ steht für durchwegs „selbstgemachten stuff“, der seine Krönung sicherlich in ihrer unangefochtenen Nummer eins unter den Mitmach- Hynmen „Muggu Muggu“ gefunden hat. Die bekennenden Fans von Hans Söllner wollen jedoch nicht nur „mit dem Kopf durch die Wand“, sondern geben neben einem „Danke Hip Hop“ auch so manch Zeile zum sensiblen Thema „Frauen“ zum Besten. Wenn, ja, wenn sie nicht gerade einen „LyrischenFlaaash“ bekommen.

 

 Diesen und natürlich einen „fetten Abend“ wünscht die Wasserhaus-Crew ihren Gästen, die in Anbetracht dieses Aufgebots sicherlich nicht nur wegen der sichtlich steigenden Außentemperaturen mächtig ins Schwitzen kommen werden. Los geht’s wie immer um 20.00 Uhr. Auf das es dann auch hier heißt: „Hammelburg, wo sind Eure Hände!“

Text: N. Oppelt

 
 

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