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MainPop BandCamp: "Geschlafen wird zuhause!" PDF Drucken E-Mail
 
Sie sangen sich, wie hier Melvin von “Other Generation’s Anthem” die Kehle aus dem Leib. Photo: red

Es ist der Abend des Ostersonntages 2009. Während sich im kleinen Wein-Städtchen am Ufer der Saale die letzten Wärmehungrigen eine Kugel Eis gönnen, um sich dann in den ruhigen Kreis ihrer Familien zurückzuziehen, ist es ein Stückchen weiter oben, an der Bayerischen Musikakadmie Hammelburg, alles andere als still und besinnlich. Eines der “wichtigsten Bandworkshop-Angebote in Bayern”, das MainPop BandCamp hatte zum Abschlusskonzert Level A geladen. Und zahlreich waren die Musikinteressierten der Region im hiesigen Kammermusiksaal erschienen, um die Ergebnisse dreitägiger harter Arbeit zu hören.

 

Die Dozenten Stephan Emig, zuständig für Drums, Ingo Hassenstein, Gitarre, Markus Braun, Bass, Daniel Schunn, Keys sowie letztlich Dirk Hoppe, Vocals hatten im Rahmen dieser Popularmusikförderung des Bezirks Unterfranken alle Hände voll zu tun. Denn während der gemeinsamen Arbeit mit dieser bunten Schar ambitionierter Amateure wurde schnell klar: “Geschlafen wird zuhause!” Vom neunten bis zum 13. April war unweit des Klosters, zu Füßen des idyllischen Schloss Saalecks nun schon zum achten Mal schuften und feilen, singen und spielen angesagt - teils bis zur Erschöpfung.

 

“Spielt um Euer Leben!”

 

“Noch nie gab es so abwechslungsreiche Bands wie heuer”, stellte Ingo Hassenstein sichtlich begeistert noch vor den ersten Tönen, der neu zusammengewürfelten Truppen, fest. “Spielt um Euer Leben!”, hatten er und sein Team den Akteuren, die in gerade einmal drei Tagen zwei Songs zur Bühnenreife bringen mussten, mit auf den Weg gegeben. Und diese anspornenden Worte hatten sich nun ausgezahlt. Die insgesamt 40 jungen Musiker, die nicht nur aus Ober- und Unterfranken, sondern auch aus Dänemark angereist waren, hatten sich am Ende in insgesamt neun unterschiedlichen Formationen von Classic Rock bis Electro zusammengefunden und allesamt merkten sie schnell: Die Tätigkeiten eines Rockmusikers sind weiter gespannt als es das Klischee von “Sex, Drugs and Rock’n'Roll” vermuten lässt. Von morgens bis tief in die Nacht standen die Arbeit am Instrument, das Zusammenspiel im Proberaum, die Studioarbeit, aber auch die Bühnenperformance auf dem Unterrichtsplan.

 

“Die Jugend von heute muss man nicht zwingen”, freute sich da auch Stefan Emig, der für den bekannten Dozenten Benny Greb eingesprungen war, über so viel Engagement. Bei einigen, so gab er zu verstehen, sei es sogar jedes Mal ein Fest gewesen, den Proberaum zu betreten. Und Kollege Hassenstein ergänzte schmunzelnd: “Bis um gefühlte drei Uhr nachts wurde geprobt, dann gab’s ein Bier und ab ging’s direkt zum Frühstück.” Nein, geschont hatte sich keiner in diesen Ostertagen und langweilig, so ergänzte der Gitarrist, wäre es auch in Anbetracht der vielen Möglichkeiten der Akademie nie geworden, ganz im Gegenteil.

 

 


… und legten sämtliche Energie in ihre Performance. Photo: red


Etwas mitgenommen, aber immer noch mit vollem Ernst bei der Sache fieberten sie nun gemeinsam dem Höhepunkt entgegen. Die eigens für diesen Abend erarbeiteten Songs sowie einige kreativ interpretierte Cover-Stücke galt es vor den kritischen Augen des Publikums zu präsentieren. “Wax Futures” aus Bad Neustadt, “Other Generation’s Anthem“, übrigens ein Gewächs der ansässigen Musikinitiative Hammelburg e.V., “Angels meets Nightmare”, “Rudi Völler Gedächtnis 4″ alternativ auch die “Wildecker Herzschrittmacher” genannt, “Cry Baby” und ihr “geiler Scheiss”, “The Strunks” samt ihrer “jungfräulichen” Drummerin - zumindest was das Spiel in einer Band angeht, “Chillie on his Willie”, die sich als einzige Formation dem Electro verschrieben, “Basix”, die ein erst 30 Stunden altes Stück zum Besten gaben und letztlich “Crooked Shoes”, die es der ersten Truppe gleich taten und ebenfalls mit einem Duo an der Front daher kamen, überzeugten. Von Hardcore bis Pop, von Deutsch bis Englisch hatten die Newcomer, die sich auch mal gegenseitig unterstützten, alles im Gepäck, was zu einem ordentlichen Auftritt gehört. Technische Schwierigkeiten wurden gemeistert wie die Profis und auch von kurzzeitig verschwundenen Instrumenten ließ sich keiner der Anwesenden aus der Ruhe bringen. Und so flogen nicht nur die Haare, sondern auch so manch Mikro während die Zuhörer begeistert applaudierten. Premiere um Premiere wurde mit Songs wie “Colours”, “So nah” oder “House Cat” gefeiert und ab und an auch mit bekannten Stücken wie etwa “The Pretender” von den Foo Fighters brilliert.

 

Ein Angebot mit “kontinuierlicher Erfolgsquote”

 

Das anschließende “Lehrergezimmer” hatte es da, das gaben alle Dozenten unumwunden zu, sichtlich schwer zu toppen. Doch auch ihre kleine Einlage, in denen sie ihren Zöglingen nacheiferten und ebenfalls zu sampeln begannen, konnte sich sehen lassen. Seit 2001 sind sie hier in wechselnder Besetzung zu Gange, um die “kontinuierliche Erfolgsquote” des Projekts Jahr für Jahr auf ein Neues zu steigern. Belohnt wurde MainPop dafür bereits auf der Popkomm in Berlin vor zwei Jahren mit einer Ehrung für “herausragende Musik-Förderarbeit”.

 

Das waren sie: die Teilnehmer des BandCamps Level A 2009. Photo: red

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Mit einem guten Gefühl und der Hoffnung, künftig noch viel mehr von diesen jungen Leuten zu hören, ging dieser Ostersonntag dann auch zu Ende. In diesen Tagen ist nun Level B in die “heiligen Hallen” eingezogen, um am kommenden Freitag in einem eigenen Abschlusskonzert ihren Vorgängern nachzueifern. Bis dahin gibt es an dieser Stelle jedoch erst einmal einige Live-Mitschnitte des Konzerts.

 

Text: Nicole Oppelt

 
 

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